Trend: Streiten statt Flirten

Trend: Streiten statt Flirten
© shawnchin

Hating statt Dating – ich hatte bereits vor gut zwei Monaten hier bei Dating 2.0 über diese neue Form des Kennenlernens geschrieben.

Monumentale Albernheit- das war seinerzeit das Fazit, doch nun lese ich in der "Welt" von einer neue ausprägung des "Hatings", die durchaus mehr Sinn macht. Denn anstelle des puren Hassens und des Anpöbelns zum Selbstzweck steht nun eine neue Art der Offenheit. Beispiel gefällig:

"Haare auf der Brust gehen gar nicht", sagt Julia und schaut leicht angewidert auf Marcs Hemdkragen. Seine Brustbehaarung ist nicht zu übersehen. Marc lässt das kalt: "Du hast wohl Angst vor Männlichkeit", kontert er, "da ist es ja wohl viel schlimmer, wenn Frauen ihre Brüste künstlich hochpushen.

Naaaa, jaaaaa. Ob diese Form der Konversation wirklich Erfolg verspricht. Ich meine: was bringt es, jemandem, den man sowieso sche*ße findet, auch noch zu sagen, was einen stört. Gut fürs Ego? Na dann gute Nacht.

Der Aspekt der gegenseitigen Ehrlichkeit macht ja irgendwie Sinn. Doch warum muss das gleich ins Negative abgleiten. Denn auch der Rahmen, in dem das Speed-Hating abläuft ist von vornherein auf negativ getrimmt:

Die Spielregeln beim Speed-Hating sind simpel, es gibt vier verschiedene Abläufe. Bei dem ersten sagen beide Teilnehmer zunächst jeweils eine Minute, was sie wirklich im Leben nervt und dann unterhalten sie sich gemeinsam darüber, welche nervige Sachen sie bereits aus ihrem Leben gestrichen haben.

Hallelujah! Das klingt ein wenig nach dem Suchen gemeinsamer Feinde. Und da sage ich doch einfach mal "nein", "nein" und nochmals "nein". Schließlich gibt es gerade im Frühling viel zu viel Schönes über das man sich unterhalten kann.


Posted Dienstag, Mai 27th, 2008 under News.

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